Das verheißene Land war Schlamm
Die menschlichen Kosten der deutschen Kolonisation im Süden Chiles
Die Geschichte der deutschen Kolonisation im Süden Chiles wird häufig als eine Epoche des Fortschritts, des Fleißes und des Erfolgs erzählt. Hinter diesem Bild verbirgt sich jedoch eine weitaus komplexere und zutiefst menschliche Realität.
Auf der Grundlage historischer Dokumente, privater Korrespondenz, Erinnerungen von Siedlern, unveröffentlichter Archive und moderner historiografischer Studien rekonstruiert Das gelobte Land war Schlamm die Alltagserfahrungen jener Männer, Frauen und Kinder, die im 19. Jahrhundert Europa verließen, um sich in den regenreichen Wäldern von Valdivia, Osorno und Llanquihue niederzulassen.
Fernab der während der Anwerbung verbreiteten Versprechen von Wohlstand fanden die Einwanderer und Einwanderinnen undurchdringliche Wälder, Isolation, Krankheiten, Armut, rechtliche Unsicherheit und eine der anspruchsvollsten Naturlandschaften der südlichen Hemisphäre vor. Durch persönliche Zeugnisse entdeckt die Leserschaft die Angst, die Hoffnung, die Enttäuschung und die außergewöhnliche Widerstandskraft, die die ersten Jahre der Kolonisation prägten.
Dieses Werk bietet einen neuen Blick auf einen der bedeutendsten Migrationsprozesse der chilenischen Geschichte. Zugleich integriert es eine umweltgeschichtliche Perspektive, die verdeutlicht, wie Regen, Schlamm, Urwald und die Geographie des Südens das Schicksal der Siedlerinnen und Siedler nachhaltig bestimmten.
Mehr als eine Geschichte der Einwanderung ist dieses Buch eine Geschichte des Überlebens, des Opfers und der Transformation. Es lädt dazu ein, die wahren menschlichen Kosten kennenzulernen, die sich hinter dem sogenannten gelobten Land verbargen.
Denn bevor der Süden Chiles zu Wohlstand wurde, war er Schlamm.